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Somatosynthese

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Die Somatosynthese ist eine Form des weiten Gebietes der
Hypnotherapien und wurde von Clyde W. Ford entwickelt. Sie ist
eine Methode, die mit Imagination (bildhaftem Vorstellungsvermögen)
arbeitet. Der Begleiter (Therapeut) leistet nur etwas Hilfestellung,
gibt nichts vor, lässt dem Reisenden (Patient) immer die Wahl der
Entscheidung, welcher Lösungsweg eingeschlagen wird. Der Reisende
ist sich während des ganzen Prozesses seines Handelns und Denkens
bewusst. Er hat auch jederzeit die Möglichkeit zu sagen, wann er die
Reise beenden möchte.

Eine wichtige Rolle bei dieser Therapie übernimmt die Berührung.
Berührung erfasst nicht nur die materielle Ebene des Körpers, auch
die immaterielle der Emotionen, der Seele, des Geistes. Und das nicht
nur bei demjenigen, der berührt wird, sondern auch bei demjenigen,
der diese ausübt. Eine Kommunikation, ein "Informationsaustausch"
findet statt.

Gefühle drücken sich nicht nur im Gehirn aus, sondern auch im Körper.
Seine Berührung kann Erinnerungen auslösen. Viele Körpertherapeuten berichten von spontan auftretendem Weinen oder anderen emotionalen Ausbrüchen während Massagen, osteopathischen, chiropraktischen
Eingriffen, Cranio-Sacral-Therapie, usw.

Bei der Methode der Somatosynthese ist die Aufgabe des Therapeuten (Begleiters), die Aufmerksamkeit in beide Richtungen zu lenken. Er nimmt wahr, was, wen er wie, wo, warum und wann berührt (wenn er die Erlaubnis vom Reisenden bekommen hat) und registriert seine eigenen, wie auch die Empfindungen des Berührten (Reisenden) dabei.

Durch die Erinnerungsfähigkeit des Körpers auf bewusster und unbewusster Ebene ist es möglich, mittels der Somatosynthese einen direkten, oft unvermuteten Zugang zum im Unterbewusstsein Gespeicherten zu bekommen.

Das Unterbewusste rückt ins Bewusste und kann alternativ lösungsorientiert verändert werden. Aus der einen Realität wird eine andere.

Jeder von uns kennt seine unwillkürliche Reaktion auf einen Schmerz.
Wenn wir uns stoßen, greifen wir automatisch zur betroffenen Stelle
und reiben oder halten sie, dabei verändern wir auch gegebenenfalls
den Druck. Ähnlich den Tieren lecken wir unsere blutenden Wunden.

Nicht nur, dass wir uns bei Verletzungen selbst berühren, tröstend
schmiegen wir unser Kind an die Brust, lecken ihm vielleicht das Blut
ab, pusten oder halten unsere Hand auf die verletzte Stelle. Wir
begegnen hier also der ältesten und selbstverständlichsten Form des
Heilens.

Die Zeugung menschlichen Lebens ohne Berührung ist unmöglich.
Nachdem Ei- und Samenzelle sich vereinigen, entwickelt sich das
Ungeborene im Mutterleib und stößt hier an die Grenzen der
Bauchwand der werdenden Mutter. Beide spüren die Bewegungen
des anderen. Wie oft nun hält und streichelt die Mutter ihren Bauch,
um den Kontakt zu intensivieren. Während der Geburt muss das Kind
den engen Geburtskanal überwinden und wird dann in der Regel
durch die Hände der Hebamme helfend und schützend aufgenommen,
die Nabelschnur durchtrennt, der Mutter auf den Bauch gelegt,
gewaschen, gewogen. Neue Erfahrungen der Berührung gesellen sich ständig hinzu, von den Händen über das Element Wasser zum kalten Metall der Waage, usw.

Eine recht mechanische Darstellung der Berührung. Doch wir kennen aus dem Sprachgebrauch auch die nicht materielle "Berührung". Wie viele verschiedene Emotionen berühren uns schon in dieser kurzen Zeit der Menschwerdung. Ständig werden wir mit Liebe, Bindung, Zuneigung, Trost, Wohlbefinden, aber auch Ablehnung, Loslassen, Angst, Schmerz und wiederum Bindung, Liebe konfrontiert.

Die Sprache macht uns auf viele Zusammenhänge zwischen Körper und Emotionen aufmerksam. Jeder von un
s kennt Redewendungen wie:

Es ist zum Kotzen
Mir läuft die Galle über
Der trägt das Herz auf der Zunge
Ich fühle mich besch......
Wie kopflos
Fühle mich leicht wie eine Feder
Das bricht mir das Herz
Es lastet wie eine Tonne auf mir

Körperliche Berührung setzen wir z.B. ein, um abzuwehren, aber glücklicherweise auch, um Nähe, Liebe, Wohlbehagen zu empfinden und zu vermitteln. Genau dasselbe können wir auf geistiger, nicht materieller Ebene ausdrücken. Mimik, Geruch, Körperhaltung signalisieren sowohl eine abwehrende Haltung, wie auch eine offene Zuneigung. Häufig geschieht beides gleichzeitig.

Eine andere Ebene der Berührungsempfindung können wir erleben, wenn sich uns jemand nähert. Angenommen, Sie liegen auf dem Rücken und eine andere Person führt ihre Handfläche z. B. in die Nähe des Hinterkopfes, ist es möglich, dass Sie dies schon wahrnehmen, bevor Sie körperlich berührt werden. Nicht alleine eine physikalische Empfindung, wie Hitze oder Kälte, die die Hand des anderen ausstrahlt, ist zu spüren, sondern meist ist damit auch ein unangenehmes, oder angenehmes Gefühl verbunden. Das kann mit der anderen Person, aber auch mit Ihnen selbst, oder aber mit dieser spezifischen Lokalisation zusammenhängen.
 

 

 

 

 

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